Wer im Winter mit einem Blindenlangstock unterwegs ist, kennt das Problem, dass durch die Kälte das Pendeln mit dem Stock nicht gerade angenehm sein kann. Warum Handschuhe problematisch sein können und wie sich die Alternative, der Stockmuff, schlägt, erfahrt ihr in diesem Beitrag. Übrigens hatte ich in der Tat erst vorgehabt, diesen Beitrag im Tech-Corner zu veröffentlichen. Aber da ich auch über die Stöcke und Endstücke hier berichtet habe, werde ich auch diesen Bericht als Blog-Beitrag verfassen.

Wer diesen Blog verfolgt, weiß, dass ich am 19. Mai zusätzlich zu meinen neuen Orientierungsstöcken beim DHV auch einen Stockmuff mitbestellt habe. In der Tat war ich die letzten 144 Tage sehr gespannt auf den heutigen Tag. Denn heute war es endlich so weit: Der erste wirklich kühlere Herbsttag. Somit hatte ich vorhin meine erste Gelegenheit, den Muff auszutesten.

Das Wetter war kalt, aber schön sonnig. Leider heißt das auch, dass ich die Wetterfestigkeit des Muffs nicht testen konnte. Da er aber aus einem wasserabweisenden Material gefertigt ist, gehe ich mal davon aus, dass im Falle eines Falles meine Hand trocken bleiben wird.

Warum nutze ich keinen Handschuh

Diese Frage wird sich wohl der ein oder andere Leser stellen. Natürlich habe ich versucht, mit Handschuh zu pendeln. Für mich ist das aber nicht möglich. Dicke Winterhandschuhe rauben mir jegliches Gefühl. Eigentlich kann ich den Stock nicht mal sicher umklammern. Dünnere Lederhandschuhe sind ebenfalls nicht geeignet. Der Stock rutscht immer noch hin und her im Handgelenk, wodurch gefühlvolles Pendeln unmöglich ist. Zudem bilden sich beim Pendeln immer mal wieder Falten am Handschuh, die sehr schmerzhaft sind, wenn man mit den Fingern dagegen kommt. Schließlich drückt nicht nur das Gewicht des Stockes dagegen. Der Schwung der durch die Pendelbewegung entsteht, verstärkt diesen Effekt noch.

Aussehen

Der Muff ist schwarz und hat eine ungefähre Länge von 19 Zentimetern. Der äußere Durchmesser beträgt gut 23 Zentimeter. An beiden Enden befinden sich Gummizüge aus Stoff. Am unteren Ende ist zusätzlich ein Klettverschluss angebracht, damit keine Kälte durch den Stock eindringen kann. Innen ist der Muff mit einem sehr weichem Material ausgestattet. Dies hält in der Tat sehr warm. Bislang wurde der Muff bei 2°C Außentemperatur getestet. Da ich fast zu schwitzen anfing, gehe ich davon aus, dass auch kältere Temperaturen und eisiger Wind kein Problem darstellen werden.

Den Muff am Stock befestigen

Öffnet den Klettverschluss und streift den Muff über den Griff. Den Gummizug des Stockes könnt ihr später aus der oberen Öffnung führen. Schließt dann den Klettverschluss fest um den Stock. Er sollte direkt unterhalb des Griffes sitzen.

Handling

Der obere Gummizug sitzt sehr stramm am Handgelenk. So stramm, dass im ersten Moment das Gefühl in den Fingern zu schwinden scheint. Aber keine Angst, eine taube Hand bekommt ihr nicht. Dafür zeigen sich andere Einschränkungen, die aber wohl zum Teil von Nutzer zu Nutzer unterschiedlich ist.

Einschränkungen

Ich neige dazu, beim Pendeln die Bewegung aus dem Handgelenk auszuführen. Hat man aber den Muff in Verwendung, stellt man fest, dass dies nicht mehr so gut geht, da er ja die Hand und das Gelenk fest umschließt. Also muss die Pendelbewegung mehr aus dem Unterarm erfolgen. Das ist erst mal ungewöhnlich, aber nach kurzer Zeit geht das schon besser von der Hand.

Eine andere Einschränkung wirkt sich jedoch gravierender aus: Wer sich die Seite Über mich durchgelesen hat, weiß, dass ich nicht immer pendele und den Stock manchmal wie einen Spazierstock halte. In diesem Fall halten Zeige-, Mittelfinger und Daumen den Stock unterhalb des Griffes. Das geht natürlich nicht mehr, wenn der Muff angebracht ist. Also haltet ihr den Stock entweder permanent ausgestreckt vor euch, verzichtet für die Zeit auf den Muff und bekommt kalte Finger oder nutzt einen zusätzlichen Handschuh.

Reinigung

In der Maschine hatte ich ihn noch nicht gehabt, aber er soll bei 30°C waschbar sein.

Ähm, Fazit?

Im Tech-Corner habe ich ja bei den Reviews immer ein Fazit gezogen und auch hier erscheint mir das angebracht. Also, wie hat sich nun der Stockmuff geschlagen?

Nach der ersten Nutzung würde ich sagen: Ganz gut. Ob sich im Alltag weitere Einschränkungen ergeben, wird der Winter zeigen. Vielleicht wird dieser Bericht auch überarbeitet und entsprechend gekennzeichnet. Aber vorerst sieht das Fazit trotz der Einschränkungen sehr positiv aus. Man pendelt dank dieses Muffs mit voller Kontrolle, ohne dabei kalte Finger zu bekommen. Von daher ist dies für Leute, die keine Handschuhe tragen können, durchaus eine Überlegung wert.