Gerade, wenn man mit Seheinschränkungen zu kämpfen hat, kann die Orientierung schwierig sein. Stellt euch vor, ihr habt einen Termin, wisst die Adresse, aber seid noch nie dort gewesen. Um ein zielloses Umherirren zu vermeiden (oder es zumindest zu reduzieren), ist es ratsam, sich zumindest zum ungefähren Standort navigieren zu lassen.

Natürlich kann man das auch über das iPhone oder ein anderes Smartphone realisieren. Vermutlich würdet ihr euch die Abbiegehinweise ansagen lassen, was entweder die Blicke eurer Mitmenschen auf euch zieht oder ihr nutzt ein Headset oder Kopfhörer, was euren Gehörsinn beeinträchtigt. Da eine Beeinträchtigung weiterer Sinne aber bei schlechten Augen nicht gerade empfehlenswert ist, möchte ich euch hier eine weitere Variante zeigen: Navigation mit der Apple Watch durch Taps.

Einrichten der Navigation

Öffnet zuerst die Watch-App auf eurem iPhone. Scrollt runter, bis ihr zu dem Punkt "Karten" kommt und öffnet ihn. Setzt hier folgende Optionen auf aktiv: "Gehen" (unter "Abbiegehinweise") und optional "ÖPNV" (unter "Navigation anzeigen").

Unter dem Punkt "Töne und Haptik" sollten folgende Punkte eingeschaltet sein:

  • Haptischer Hinweis
  • Markant
  • Systemhaptik

Damit wäre die Einrichtung abgeschlossen.

Erst testen

Ein Hinweis, bevor es losgeht: Testet auf jeden Fall, ob die Navigation funktioniert. Sucht euch eine kurze Strecke, die ihr kennt (bitte nicht einfach nur geradeaus laufen), und startet die Navigation, indem ihr Siri aktiviert und folgendes sagt: "Bringe mich in die [Straßenname]". Nun sollte die Navigation starten.

Wie erkenne ich, wo ich abbiegen muss?

Wie bereits zu Beginn erwähnt, signalisiert euch eure Apple Watch über Taps, wohin ihr gehen müsst. Es gibt drei Muster:

  • Taps mit Abstand bedeuten links abbiegen
  • Schnellere Taps ohne diesen Abstand bedeuten rechts abbiegen
  • Eine permanente Vibration bedeutet umkehren

Nutzt eurem Test-Gang, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Navigation für welche Richtung steht.

Was sind die Nachteile?

Leider ist die Kartenapp nicht ganz fehlerfrei und kann euch auch mal in die falsche Richtung schicken. Zwar wird dann ein Korrekturvorschlag danach gegeben, aber wenn ihr euch noch sicher in eurer Umgebung seid, verlasst euch nicht auf die Uhr. Den Verstand ausblenden, nur weil man ein Navigationsgerät nutzt, hat schon manch einem geschadet (bitte nicht von einer Klippe springen, nur weil ein Abbiegehinweis vielleicht nicht angesagt wurde!).

Fazit

Auch wenn sie nicht ganz fehlerfrei ist, so ist die Navigation über die Apple Watch eine sehr diskrete Möglichkeit, euch eurem Ziel näher zubringen, ohne euch durch akustische Signale abzulenken oder die Blicke eurer Mitmenschen zu sehr auf euch zu ziehen.