Logitech MX-Tastaturen für sehbehinderte Menschen – Ein Vergleich

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Wird einer blinden Person die Spitze des Stocks von einem Radfahrer abgefahren, fällt häufig der gesamte Stock auseinander, weil der Gummizug im Inneren reißt. Der Stock ist dann in seine Einzelteile (häufig 5-6 Glieder) zerlegt und unbrauchbar.
In diesem Testbericht möchte ich vier unterschiedliche Tastaturen vorstellen und was für Vorteile separat erwerbbare, taktile Markierungspunkte haben können. Zudem erfahrt ihr, welche Bugs die Treibersoftware aufweist und wie ihr damit umgeht.
Alle drei, von mir getesteten, Tastaturen werden per Bluetooth mit den Endgeräten verbunden.
Alle Tastaturen verfügen über beleuchtete Tasten und werden über einen fest verbauten Akku mit Strom versorgt.
Es sind drei umschaltbare Verbindungen möglich. Alle Tastaturen verfügen über beleuchtete Tasten und werden über einen fest verbauten Akku mit Strom versorgt. Dieser wird mittels USB-C-Kabel geladen. Ein verkabelter Betrieb der Tastaturen ist jedoch nicht möglich. Die Verbindung ist bei allen drei Tastaturen einwandfrei und das Umschalten zwischen verschiedenen Geräten funktioniert problemlos. Beim Koppeln kann es jedoch sein, dass die Tastaturbeleuchtung deaktiviert wird, so dass die Eingabe des Codes erschwert wird.
Nachfolgend soll erst mal geklärt werden, was der Unterschied zwischen Rubberdome-Tastaturen, Tastaturen mit Scherenmechanik und mechanischen Tastaturen ist.
Dies sind die günstigsten Tastaturen. Obwohl keine der hier vorgestellten Tastaturen Rubberdome-Tastaturen sind, ist es notwendig, dieses Prinzip hier zu erklären.
Bei Rubberdome-Tastaturen sitzt zwischen den Tastaturkappen und den Auslösern eine Gummimatte mit Noppen. Drückt man nun eine Taste herunter, drückt man den Gumminoppen auf den Auslöser. Reine Rubberdome-Tastaturen leiern deshalb schnell aus und das Tippgefühl wird schwammiger.
Dieser Mechanik liegt zwar das Rubberdome-Prinzip zugrunde. Zusätzlich kommt aber nun die Scherenmechanik zum Einsatz. Es handelt sich hierbei um eine Metallkonstruktion, welche die Rubberdomes zusätzlich stabilisiert und ihnen so einen festeren Druckpunkt verleiht.
Eine mechanische Tastatur besitzt auch mechanische Switches. Diese werden beim Herunterdrücken der Tastenkappe ausgelöst. Eine Metallfeder bringt die Taste wieder zurück in die Ausgangsposition. Man unterscheidet zwischen Switches mit verschiedenen Eigenschaften, welche wiederum farblich gekennzeichnet sind:
Hierbei handelt es sich um eine Fullsize-Tastatur mit Scherenmechanik. Die Tasten haben einen sehr guten Druckpunkt und die Kappen sind konkav gewölbt.
Leider sind die Alternative Graphics […] sehr schwer zu erkennen.
Die Beleuchtung scheint hier zwar zwischen den Tasten durch, dies hält sich aber gerade noch in Grenzen.
Leider sind die Alternative Graphics, also Zeichen wie das At- und Euro-Zeichen, die eckigen und geschweiften Klammern sowie der Backslash und die Tilde sehr schwer zu erkennen. Das liegt daran, dass die Zeichen von einem Kreis umrahmt sind. Dieser irritiert nicht nur, die Zeichen selbst werden dadurch auch sehr klein. Wer mit einer Sehbehinderung zu kämpfen hat, sollte besser im Kopf haben, auf welchen Tasten diese Zeichen sitzen.
Die Mini-Variante verzichtet auf den Ziffernblock. Zudem fehlen die Tasten:
Die Mac-Variante ist sehr gut geeignet, um mit einem stationären iPad zu arbeiten.
Allerdings gerade die Mac-Variante sehr gut geeignet, um mit einem stationären iPad zu arbeiten. Was ich damit meine? Ich habe daheim eine Halterung, an die ich das iPad heften kann. In Kombination mit der Tastatur kann ich das iPad als zweiten Arbeitsplatz benutzen.
Während die Fullsize-Variante eigene Tasten für den Kanalwechsel hat, wurden diese bei der Mini-Variante auf die F1-F3-Tasten gelegt. Sie können über die FN-Taste angesteuert werden.
Die dritte Version ist die mechanische Mini-Variante, die MX Mechanical Mini. Ich bevorzuge die Variante mit braunen Schaltern. Sie sind nicht so schwer zu drücken wie die blauen Schalter, liefern aber ein taktiles Feedback, welches wiederum bei den roten Schaltern fehlt.
Die reguläre Beschriftung erscheint nun durch die Beleuchtung klarer und sauberer.
Der Vorteil gegenüber der MX Keys liegt darin, dass aufgrund der mechanischen Konstruktion unter jeder Taste eine kleine LED angebracht wurde, wodurch Lichthöfe minimiert werden. Es scheint also kaum Licht zwischen den Tasten durch.
Im Gegensatz zur Keys-Variante sind hier die Alt-Graphics nicht beleuchtet. Das heißt aber auch, man muss wissen, wo sich welches Symbol befindet. In der Mac-Version hat man sogar darauf verzichtet, die Alt-Graphics aufzudrucken. Das sollte man auf jeden Fall beachten!
Das Ganze hat jedoch auch einen großen Vorteil: Weiter oben habe ich erwähnt, dass aufgrund der Gestaltung die Alt-Graphics sehr schwer zu erkennen sind und diese den Gesamteindruck eher stören. Das fällt hier natürlich weg. Die reguläre Beschriftung erscheint nun durch die Beleuchtung klarer und sauberer. Welche Version letztendlich die bessere ist, ist wohl Geschmackssache.
Im Gegensatz zur MX Keys Mini besitzt die mechanische Variante weitere Tasten am rechten Rand:
Dies wäre die vierte Variante. Wie schon bei der MX Keys besitzt die MX Mechanical in der klassischen Ausführung ein Fullsize-Layout. Diese Tastatur setze ich auf der Arbeit ein. Abgesehen von den zusätzlichen Tasten gibt es keinen Unterschied zur kleinen Variante. Auch hier sind eigene Tasten für den Kanalwechsel vorhanden.
Sowohl unter Windows als auch unter MacOS kann es zu Bugs bei der Treiber-Software Logitech Options+ kommen.
Das führt dazu, dass die Beleuchtung viel zu dunkel ist.
Das äußert sich häufig darin, dass beim erhöhen der Helligkeit der Tastaturbeleuchtung diese wieder auf den Standardwert zurückspringt, obwohl die Software Maximale Helligkeit sagt. Das führt dazu, dass die Beleuchtung viel zu dunkel ist.
In diesem Fall muss die Software neu gestartet werden (auch schauen, dass keine Prozesse mehr aktiv sind) und die Tastatur muss dann einmal aus- und wieder eingeschaltet werden.
Taktile Markierungspunkte sind natürlich nicht im Lieferumfang der Tastaturen enthalten. Ihr könnt diese aber in einschlägigen Hilfsmittelshops bestellen. Hierbei handelt es sich um erhabene Klebepunkte, die euch bestimmte Tasten fühlen und ertasten lassen.
Ich würde mindestens einen Klebepunkt auf der Taste F5 anbringen, da darüber standardmäßig die Helligkeit erhöht werden kann. Die ist nämlich in der Standardhelligkeit in der Regel zu dunkel.
Somit kann ich die Medienwiedergabe blind steuern.
Da ich die Tastatur auch zur Mediensteuerung verwende, habe ich zusätzliche Punkte auf die Tasten F11 und die beiden Sondertasten rechts neben F12 geklebt. Diese Tasten steuern standardmäßig nämlich Play/Pause, Weiter und Zurück. Somit kann ich die Medienwiedergabe blind steuern.
Als Mac-User habe ich sowohl die Keys als auch die Mechanical in der Mini-Variante mit Mac-Layout im Einsatz. Es fehlt zwar der Fingerabdruck-Scanner und eine FileVault-Entsperrung ist damit ebenfalls nicht möglich (das liegt daran, dass Apples Magic Keyboards über eine zusätzliche Verschlüsselung verfügen), aber die Beleuchtung ist gerade für sehbehinderte Menschen extrem hilfreich. Als Schaltertyp empfehle ich die braunen Schalter, da sie einen sehr guten Kompromiss aus Leichtgängigkeit und Taktilität bieten.
Wer eine Beleuchtung und Mechanik sucht, die bei Apples Magic Keyboard fehlt, hat hier die ideale Tastatur.
Bei der MX Mechanical empfehle ich zusätzlich eine Handballenauflage, da die Tastatur naturgemäß recht hoch ist.
Wer eine Beleuchtung und Mechanik sucht, die bei Apples Magic Keyboard fehlt, hat hier die ideale Tastatur, wenn auch nur mit klassischer Bluetooth-Verbindung. Dafür muss man auf die Möglichkeit der FileVault-Entsperrung und den Fingerabdruck-Scanner verzichten.
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