Welchen Blindenlangstock kannst du empfehlen?

Aus der Kategorie: FAQ – Hilfsmittel und Technik

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💡 Random Blind Fact

Ein Blindenlangstock muss zu einem Großteil mit einer weißen, reflektierenden Folie überzogen sein. Teile des Stocks (meist das unterste Segment) können aber eine andere Farbe aufweisen. Beliebt sind silber, neongelb und rot.

Der Blindenlangstock ist ein genauso individuelles Utensil wie die Schuhe, die ihr an euren Füßen tragt. Deswegen kann man global nicht sagen, welcher Blindenstock für wen gut geeignet ist. Aus diesem Grund ist eine Hilfsmittelberatung unerlässlich! Aber ich kann hier mal einen Überblick über die gängigen Stöcke, die auch über den blista-Shop und andere Hilfsmittelvertriebe beziehbar sind, geben. So könnt ihr schon mal grob einschätzen, in welche Richtung es gehen soll.

Zur besseren Übersicht strukturiere ich diesen Beitrag nach typischen Auswahlkriterien. Smart Canes werden in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Leicht und ergonomisch

Dieses Segment wird von einem Stock dominiert:

IO von .whitecane

Der IO ist aus Carbon gefertigt und einer der leichtesten Blindenlangstöcke (< 140 Gramm bei 147 cm Länge). Er verfügt über exklusive Features wie ein bruchsicheres Gelenk, steck- und schraubbare Spitzen und einen ergonomisch geformten Griff. Dafür ist er mit 600,- € auch einer der teuersten Langstöcke am Markt. Aufgrund des hohen Anschaffungspreises ist unbedingt die Kostenübernahme mit der Krankenkasse zu klären!

Aus Sicherheitsgründen verzichtet der IO auf eine Handgelenkschlaufe, er kann aber mit Zubehör auch aufgehängt werden.

Die Spitzen weisen einen Durchmesser von 43 mm auf. Es gibt sie in verschiedenen Klangcharakteristika und in zwei Gewichtsklassen (22 und 32 Gramm).

Theoretisch können alle Rollspitzen mit 8 mm Schraubgewinde an den Stock geschraubt werden, aus ergonomischen Gründen empfiehlt es sich aber, die Spitzen von .whitecane zu verwenden.

Präzises Feedback bei wenig Gewicht

Will man Gewicht sparen und trotzdem ein präzises Feedback haben, greift man zu Teleskopstöcken.

Kellerer Teleskopstöcke

Ein Teleskopstock aus Aluminium, der bis auf 150 cm ausziehbar ist und lediglich 150 Gramm wiegt. Zwar ist er etwas schwerer als der IO, aber er ist dennoch ein sehr leichter Stock. Teleskopstöcke haben den Vorteil, dass sie Bodenunebenheiten sehr direkt und ungefiltert an das Handgelenk weitergeben. Natürlich kann das die Belastung bei einer orthopädischen Erkrankung erhöhen.

Um das obere Stocksegment zu schützen, besitzt der Stock an dieser Stelle eine Plastik-Ummantelung. Da dieser nur in das obere Segment eingesteckt ist, kann sie sich bei Benutzung lösen. Deshalb muss der Sitz der Ummantelung regelmäßig geprüft werden.

Die Griffe aus Gummi oder Kork sind meiner Meinung nach mit die besten, die es für Blindenlangstöcke gibt. Vor allem den Korkgriff empfinde ich als herausragend. Die Handgelenkschlaufe ist sehr dünn und kann bei starker Belastung reißen. Das ist ein Sicherheitsfeature, welches verhindert, dass ihr euch bei einer ruckartigen Bewegung am Handgelenk verletzt.

Das Handgelenk sollte aus Sicherheitsgründen NIEMALS während der Benutzung des Langstocks in der Handgelenkschlaufe stecken.

Da die Stöcke über ein 8 mm Gewinde verfügen, passen alle anschraubbaren Stockspitzen dieses Gewindetyps an den Stock. Die Bandbreite reicht bei den Rollspitzen von 30 mm (30 Gramm) bis zu 66 mm (56 Gramm).

Comde Teleskopstöcke

Die Comde Teleskopstöcke sind ebenfalls aus Aluminium gefertigt und im Vergleich zu den Kellerer-Stöcken gut 10 Gramm schwerer. Dafür verzichtet Comde auf die oben genannte Plastikabdeckung. Das Rohrende wird mit Aluminium versiegelt. Im Gegensatz zu den Kellerer-Stöcken besitzen die Comde-Stöcke dickere Holzgriffe.

Die Handgelenkschlaufe ist genauso stabil und fest wie bei klassischen Langstöcken. Auch diese Stöcke verfügen über ein 8mm-Schraubgewinde.

Standardmäßig ist der Griff aus Buchenholz gefertigt. Aber auch Griffe aus Birke, Zeder, Esche, Pflaume oder Walnuss sind erhältlich. Für Stockspitzen gilt dasselbe wie für die Kellerer-Stöcke.

Klassische Allrounder

Diese Stöcke bewegen sich im mittleren Gewichtssegment und bieten eine gute Alltagstauglichkeit.

Svarovsky Falt-/Telefaltstöcke

Die Firma Svarovsky bietet sowohl reine Faltstöcke als auch Telefaltstöcke an. Bei letzteren kann das obere Segment herausgezogen werden, um die Länge optimal anpassen zu können. Die Spitzen werden hier nicht angeschraubt, sondern eingehängt. Die Telefaltvarianten sind gut 20 Gramm schwerer als die reinen Faltstöcke. Ein auf 145 cm ausziehbarer Stock wiegt 210 Gramm. Gefertigt sind diese Stöcke aus Aluminium.

Svarovsky dürfte die breiteste Auswahl an Griffmaterialien haben (wenn man von den Holz-Sonderformaten von Comde absieht). Der Griff kann aus Buchenholz, Neopren oder Leder bestehen.

Spitzen reichen von 24-50 mm und werden in den Gummizug eingehängt.

Comde Telefaltstöcke

Die Comde Telefaltstöcke zählen mit zu den besten Faltstöcken am Markt. Der Stock ist äußerst dünn, aber dennoch stabil gearbeitet und besteht aus Aluminium. Er verfügt über ein Teleskop-Element, welches auch gleichzeitig vibrationsdämpfend wirkt. Auch hier werden die Spitzen in ein 8mm-Gewinde geschraubt. Die Griffwahl ist identisch wie bei den Teleskopstöcken.

Die Stöcke haben das gleiche Gewicht wie die Telefaltstöcke von Svarovsky. Für Stockspitzen gilt dasselbe wie für die Kellerer-Stöcke. Zudem sei noch erwähnt, dass die Stockspitzen von Comde die besten Rolleigenschaften aufweisen.

Schwer – für gute Bodenhaftung

Ein schwerer Stock verteilt bei großen und schweren Spitzen besser das Gewicht. Große Rollspitzen lassen sich an solchen Stöcken angenehmer nutzen und Bodenunebenheiten fallen weniger störend auf. Zudem gibt es stoßgedämpfte Varianten.

Ambutech Langstöcke

Die Ambutech-Stöcke sind mit die schwersten Stöcke am Markt (281 Gramm bei 142 cm Länge). Das kann bei großen Spitzen, die ebenfalls über ein hohes Eigengewicht verfügen, von Vorteil sein. Der Boden lässt sich mit einem solchen Stock präziser abtasten.

Als Griffmaterial kommt standardmäßig Gummi zum Einsatz (haptisch identisch mit Kellerer). Im Gegensatz zu anderen Blindenlangstöcken hat dieses Gummi am Ende ein Plastikstück. Man muss also bei Pendeln ein bisschen darauf achten, dass dieses Stück nicht gegen das Handgelenk schlägt.

Spitzen werden hier ebenfalls eingehängt, allerdings ist der Haken anders geformt als bei Svarovsky, so dass die Spitzen nicht wirklich kompatibel zueinander sind.

Die Palette an Rollspitzen reicht von 33-55 mm. Zudem gibt es mit der Pathfinder eine 360°-Spitze, die in alle Richtungen und somit auch vor und zurück bewegt werden kann.

Ambutech Langstöcke mit Stoßdämpfung

Neben dem klassischen Stock gibt es auch eine Variante mit Stoßdämpfung, die Vibrationen und Stöße abfedert. Der Griff ist hier aus Leder gefertigt und der Stock ist geringfügig schwerer als die klassische Variante. Ansonsten gibt es keine Unterschiede zum klassischen Ambutech-Stock.

Bei orthopädischen Beschwerden

Bei orthopädischen Beschwerden ist es wichtig, die Vibrationen und Stöße zu dämpfen!

Hier haben sich drei Stöcke herauskristallisiert, auf die ich in diesem Beitrag bereits eingegangen bin:

Olli